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AMD-Treiber: Radeon, Ryzen und Adrenalin Software

AMD versorgt drei sehr unterschiedliche Hardware-Bereiche mit Treibern: Radeon-Grafikkarten, Ryzen-Prozessoren und Mainboard-Chipsätze. Wir erklären die Adrenalin-Software, den Unterschied zwischen WHQL- und Optional-Treibern und welche Probleme Sie wirklich kennen sollten.

Veröffentlicht: 2026-04-30 Lesedauer: 5 Min

AMD ist seit der Übernahme von ATI im Jahr 2006 nicht nur ein CPU-Hersteller, sondern auch der zweitgrößte Anbieter dedizierter Grafikkarten — und seit 2017 mit der Ryzen-Architektur ein ernstzunehmender Konkurrent zu Intel im Prozessor-Markt. Damit liefert AMD Treiber für drei sehr unterschiedliche Hardware-Bereiche: Grafikkarten der Radeon-Serie, Prozessoren mit ihren Chipsatz-Treibern, und Mainboard-Komponenten in AM4- und AM5-Plattformen.

AMD auf einen Blick

Advanced Micro Devices, Inc. (AMD) wurde 1969 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Santa Clara, Kalifornien. Das Unternehmen ist über die Jahre Konkurrent zu Intel (CPUs), Nvidia (GPUs) und seit der Xilinx-Übernahme auch ein wichtiger Anbieter im Bereich FPGAs und adaptive Computing geworden.

Kontaktdaten

Advanced Micro Devices, Inc.
2485 Augustine Drive
Santa Clara, CA 95054, USA

Offizieller Treiber-Download: amd.com/de/support
Auto-Erkennungstool: amd.com/de/support/download/auto-detect
Adrenalin-Software: Wird mit jedem Radeon-Treiber installiert
Support-Center: amd.com/de/support/contact-us

Welche AMD-Produkte gibt es?

AMD bedient drei große Bereiche, die jeweils eigene Treiber benötigen:

  • Radeon (GPUs) — Aktuell RX 9000-Serie (RDNA 4, Anfang 2025), RX 7000 (RDNA 3, 2022) und die noch verbreiteten RX 6000 (RDNA 2). Außerdem die Profi-Linie Radeon Pro für CAD und Workstations.
  • Ryzen (CPUs) — Mainstream-Prozessoren auf Sockel AM4 (Ryzen 1000–5000) und AM5 (Ryzen 7000, 9000). Treiber sind hier vor allem Chipsatz-Treiber und der AMD PPM-Provisioning Pack für Energieverwaltung.
  • Threadripper / EPYC — Workstation- und Server-Prozessoren mit eigenen Chipsatz-Treibern.

Die ältere ATI-Linie (Radeon HD 2000 bis HD 8000) wird seit Mitte 2015 nicht mehr aktualisiert. Wer noch eine ATI-Karte betreibt, findet die letzten Treiber im ATI-Treiber-Archiv (in Vorbereitung).

Die Adrenalin Software — mehr als nur ein Treiber

AMD liefert seine Radeon-Treiber seit 2017 als AMD Software: Adrenalin Edition aus. Anders als bei Nvidia, wo Treiber und App lange getrennt waren, kombiniert Adrenalin Treiber, Performance-Tuning, Aufnahme-Funktion und Spielebibliothek in einem einzigen Paket.

Wesentliche Funktionen:

  • Auto-Update — prüft im Hintergrund auf neue Treiber-Versionen.
  • Performance-Tuning — Übertaktung von GPU-Takt, Speicher und Lüfterkurven direkt in der Software.
  • Radeon Anti-Lag und Boost — Latenz-Reduktion ohne Spielanpassungen.
  • Radeon Super Resolution (RSR) — Upscaling als Antwort auf Nvidias DLSS.
  • FidelityFX Super Resolution (FSR) — Open-Source-Upscaler, der auch auf Nicht-AMD-Karten läuft.
  • Streaming und Aufnahme — analog zu Nvidias ShadowPlay.

Hinweis zu Adrenalin: Manche Funktionen (z. B. Cloud-Sync, AMD Privacy View) erfordern ein Konto. Treiber-Updates und Basis-Funktionen funktionieren aber komplett ohne Anmeldung.

AMD-Treiber automatisch überwachen

Statt Adrenalin manuell zu prüfen: AVG Driver Updater erkennt veraltete AMD-Treiber für Grafikkarte, Chipsatz und alle anderen Komponenten in einem Durchgang.

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AMD-Treiber installieren — Schritt für Schritt

Methode 1: Auto-Detect-Tool

Der einfachste Weg ist das offizielle AMD Auto-Detect Tool. Es erkennt die im PC verbaute Hardware automatisch und schlägt den passenden Treiber vor:

  1. Das Tool von amd.com/de/support/download/auto-detect herunterladen.
  2. Ausführen — innerhalb weniger Sekunden wird die Hardware erkannt.
  3. Auf Installieren klicken. Der Treiber wird heruntergeladen (typisch 700–900 MB) und installiert.
  4. Bei der Frage Express-Installation oder Saubere Installation: bei Problemen mit dem alten Treiber unbedingt Saubere Installation.
  5. Adrenalin Software startet nach der Installation automatisch.

Methode 2: Manueller Download nach Modell

Wer die Karte oder CPU genau kennt, lädt den Treiber direkt:

  1. amd.com/de/support öffnen.
  2. Produktkategorie wählen (Grafik, Prozessoren, Chipsätze).
  3. Modell auswählen — z. B. Radeon RX 7900 XTX oder Ryzen 7 7800X3D.
  4. Betriebssystem auswählen (Windows 10 / 11 64-bit; Linux ist auch verfügbar).
  5. Bei Grafikkarten zwischen Recommended (WHQL) und Optional wählen — Recommended ist Microsoft-zertifiziert und stabiler, Optional enthält die neuesten Features.

Wichtig: Chipsatz-Treiber separat aktualisieren

Bei Ryzen-Systemen lohnt es sich, neben dem Grafiktreiber auch den AMD Chipsatz-Treiber aktuell zu halten. Dieser bringt:

  • Den Ryzen Power Plan (wichtig für korrekte Boost-Frequenzen)
  • USB- und SATA-Treiber für die Mainboard-Plattform
  • Bei AM5-Mainboards den USB4-Treiber

Download unter amd.com/de/support/chipsets nach Sockel (AM4 / AM5 / sTRX4 / TR4) auswählen. Eine Aktualisierung alle 6–12 Monate ist sinnvoll.

Aktuelle Version und Versionsgeschichte

Aktuelle Version (Stand: Mai 2026)
Adrenalin Edition 26.3.1 WHQL
19. März 2026 · FSR Upscaling 4.1 für RX 9000-Serie, Hotfixes für Cyberpunk 2077 Path Tracing

Hinweis: Treiber-Versionen ändern sich monatlich. Die hier aufgeführten Daten beziehen sich auf den oben genannten Stand. Aktuelle Versionen prüfen Sie immer auf der offiziellen Hersteller-Webseite.

Adrenalin Edition-Verlauf der letzten 12 Monate

VersionDatumWesentliche Änderungen
26.3.1 WHQL19.03.2026FSR Upscaling 4.1 für RX 9000; Hotfixes Cyberpunk 2077 Path Tracing
26.2.2 WHQL26.02.2026WSL/ROCm 7.2.1 Support, neue Ryzen-Prozessoren
26.2.1 Beta12.02.2026Optional Update mit AI Bundle Fixes; Battlefield 6 Hotfix
26.1.1 WHQL21.01.2026AMD AI Bundle, Ryzen AI 9 HX 475 Support, FSR 4 für Black Ops 7
25.12.1 WHQL10.12.2025Year-End-Fixes, Stalker 2 Optimierungen
25.11.1 WHQL13.11.2025Half-Life 2 RTX Mod, FSR 3.1.4 Updates
25.10.1 WHQL15.10.2025Flight Simulator 2024, FSR 4 für Adobe Premiere Pro
25.9.1 WHQL17.09.2025Frostpunk 2, Avatar Frontiers Pandora Optimierungen
25.8.1 WHQL13.08.2025Black Myth: Wukong, Star Wars Outlaws
25.7.1 WHQL16.07.2025RX 9070 XT Launch-Treiber, RDNA 4 Optimierungen
25.5.1 WHQL14.05.2025Senua's Saga: Hellblade II, FSR 3.1.3
25.3.1 WHQL13.03.2025Adrenalin AI-Funktionen, Cyberpunk 2077 RT Overdrive

Neben WHQL-Versionen erscheinen monatlich Optional/Beta-Treiber (z. B. 26.2.1) mit experimentellen Fixes für Tagesreleases. WHQL ist die empfohlene Standard-Wahl.

Häufige Probleme mit AMD-Treibern

Blackscreens und Treiber-Timeouts

Ein bekanntes, wiederkehrendes Problem bei manchen RX-6000- und RX-7000-Karten ist der „Driver Timeout"-Fehler — der Bildschirm wird kurz schwarz, der Treiber meldet sich neu an, gelegentlich folgt ein BSOD VIDEO_TDR_FAILURE mit dem Modul amdkmpfd.sys oder atikmdag.sys.

Lösungsansätze in dieser Reihenfolge:

  1. Aktuellen Treiber sauber neu installieren (über AMD Cleanup Utility oder DDU im abgesicherten Modus).
  2. Im Treiber unter Leistung → Tuning die Werks-Standardwerte wiederherstellen (Untervolting kann das Problem auslösen).
  3. Im BIOS prüfen, ob Resizable BAR aktiviert ist — bei manchen Boards führt eine fehlerhafte BAR-Konfiguration zu Treiber-Crashes.
  4. Bei wiederkehrenden Problemen einen älteren WHQL-Treiber aus dem Treiber-Archiv probieren.

Adrenalin Software startet nicht

Wenn Adrenalin nach einem Update nicht mehr startet oder mit „Treiber stimmt nicht mit AMD Software überein" abbricht: AMD Cleanup Utility verwenden, dann sauber neu installieren. Die fehlende Übereinstimmung tritt häufig auf, wenn Windows Update einen Basis-Treiber installiert hat, der nicht zur Adrenalin-Version passt.

Ryzen: Falsche Temperatur-Anzeige

Bei Ryzen 7000 und 9000 zeigen ältere Versionen von HWiNFO oder anderen Monitor-Tools eine merkwürdige „Tctl"-Temperatur an — das ist eine korrigierte Sensor-Temperatur, nicht der echte Die-Temperatur-Wert. Aktuelle Tools und ein aktueller Chipsatz-Treiber zeigen die echte Tdie-Temperatur an.

FSR-Grafikfehler

FidelityFX Super Resolution kann in einzelnen Spielen nach Treiber-Updates flackern oder Ghosting zeigen. Im Treiber unter Spiele → [Spielname] → FSR auf Standard zurücksetzen oder das Spiel mit FSR Off starten und dann im Spiel-Menü neu aktivieren.

Welche Windows-Versionen werden unterstützt?

  • Windows 11 (alle Versionen, 64-bit) — vollständig unterstützt für RX 6000, 7000, 9000, sowie Ryzen 3000/5000/7000/9000.
  • Windows 10 (1809 und neuer, 64-bit) — unterstützt für die genannten Karten und CPUs.
  • Windows 7 — Treiber-Support eingestellt: Letzter offizieller Adrenalin-Treiber für Windows 7 stammt aus 2020 (für RX 5000 und älter).
  • Linux — AMD liefert offene Treiber (mesa/radv) und einen proprietären Pro-Treiber für CAD/Compute. Open-Source-Stack ist für Spielen oft die bessere Wahl.

Treiber-Strategie: AMD im Vergleich zu Nvidia

AMD und Nvidia gehen unterschiedlich an Treiber heran. Wer von einer auf die andere Marke wechselt, wird einige Unterschiede bemerken:

AspektAMD (Adrenalin)Nvidia (Nvidia App)
Treiber + AppEine Installation, alles drinTreiber + App separat
Konto erforderlichNeinNein (mehr)
Treiber-LinienRecommended (WHQL) + OptionalGame Ready + Studio
Open-Source-AnteilHöher (mesa, radv)Geringer (NVK ist Communityprojekt)
Übertaktungs-ToolsIn Adrenalin integriertSeparat (z. B. MSI Afterburner)

AMD Treiber-Sicherheitslücken

Auch AMD hat in den vergangenen Jahren Treiber-CVEs veröffentlicht. Bekannte Beispiele:

  • CVE-2024-21925 bis 21929 — fünf Lücken im Adrenalin-Display-Treiber (lokale Privilege Escalation), gepatcht in Adrenalin 24.10.1.
  • CVE-2023-20523 — Lücke in Ryzen Master Driver, die als „Vulnerable Driver" bekannt geworden ist und von Microsofts Vulnerable Driver Blocklist erfasst wurde.
  • CVE-2022-23829 — älterer Privilege-Escalation-Bug in AMDPowerProfiler.sys.

Mehr zur Bedeutung dieser Lücken in unserem Artikel über Vulnerable Drivers und CVE-Sicherheitslücken.

Zusammenfassung

AMD-Anwender profitieren von einer aufgeräumten Treiber-Strategie: Adrenalin Edition für Radeon-Karten, separater Chipsatz-Treiber für Ryzen-CPUs. Wer nur eine Grafikkarte zu pflegen hat, kommt mit der eingebauten Auto-Update-Funktion gut durch. Wer aber einen ganzen PC mit AMD-CPU, AMD-GPU und außerdem WLAN, Audio und Drucker betreibt, sollte zu einem übergreifenden Treiber-Tool greifen, das alle Komponenten in einem Durchgang prüft.

Weiterführende Quellen

Authoritative Quellen für tiefergehende Informationen:

Häufige Fragen

Für die meisten Anwender ist der Recommended (WHQL)-Treiber die richtige Wahl: Microsoft-zertifiziert, stabil, getestet. Der Optional-Treiber enthält Day-One-Optimierungen für ganz neue Spiele und neue Funktionen, ist aber etwas weniger gründlich getestet. Bei Problemen mit einem Optional-Treiber: zurück zum Recommended.

Nein — wer nur den Treiber, aber keine Übertaktungs-Funktionen, Aufnahme oder Tuning braucht, kann bei der Installation die Komponenten AMD Software abwählen und nur den minimalen Display-Treiber installieren. Das spart RAM und vermeidet Hintergrunddienste.

Auf amd.com/de/support/chipsets den Sockel auswählen (AM4 / AM5 / sTRX4), das Paket herunterladen und installieren. Empfohlen wird der Ryzen Power Plan automatisch mit aktiviert. Eine Aktualisierung alle 6–12 Monate ist ausreichend.

FSR 3 mit Frame Generation läuft auf Radeon RX 5000 und neuer, am besten ab RX 6000. FSR 3 ist außerdem als Open-Source-Verfahren auch auf Nvidia- und Intel-Karten lauffähig — anders als Nvidias DLSS 3 Frame Generation, das exklusiv auf RTX 40 und neuer beschränkt ist.

AMD bietet ein eigenes Tool: das AMD Cleanup Utility. Im abgesicherten Modus ausführen, alle AMD-Komponenten werden entfernt. Alternativ funktioniert auch der Display Driver Uninstaller (DDU), ebenfalls im abgesicherten Modus.

Aktuell unterstützt: Radeon RX 5000, 6000, 7000 und 9000 sowie Radeon Pro WX/W7000. Die ältere Polaris-Generation (RX 400, 500) erhält nur noch Sicherheits-Updates und keine neuen Features. ATI-Karten (Radeon HD-Serie) sind komplett aus dem Support.

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