ASRock ist ein taiwanesischer Mainboard-Hersteller, ursprünglich 2002 als Tochter von ASUS gegründet, seit 2010 vollständig unabhängig (wobei ASUS noch teilweise Anteilseigner ist). ASRock ist bekannt für preis-leistungsstarke Mainboards, Mini-ITX-Lösungen und seit einigen Jahren auch ein wachsendes Portfolio an industriellen PCs (NUC-Konkurrenz). Wer ein ASRock-Mainboard betreibt, hat es mit einer Treiber-Strategie zu tun, die sich von ASUS deutlich unterscheidet.
ASRock auf einen Blick
ASRock Inc. wurde 2002 in Taipeh gegründet. Das Unternehmen hat sich auf Mainboards spezialisiert (Sockel AM4, AM5, LGA1700, LGA1851), bietet aber auch Mini-PCs (ASRock 4X4 BOX), industrielle Mainboards und eine eigene Grafikkarten-Marke (Phantom Gaming).
Kontaktdaten und Treiber-Quellen
ASRock Europe B.V.
Bijster 9-A
4817 HX Breda, Niederlande
Treiber-Download: asrock.com/support
ASRock Polychrome Sync: RGB-Steuerung
A-Tuning: Übertaktungs- und Lüfter-Software
Treiber manuell installieren
ASRock hat keine zentrale Update-Software wie Asus Armoury Crate oder MSI Center. Treiber werden klassisch heruntergeladen:
- Auf asrock.com/support das Mainboard-Modell suchen (z. B. „X670E PG Lightning" oder „B650 Steel Legend").
- Im Bereich Downloads das Betriebssystem auswählen.
- Treiber-Pakete laden: Chipsatz (AMD oder Intel), Audio (meist Realtek), LAN (Realtek oder Intel), WLAN (bei Mainboards mit integriertem WLAN), Bluetooth.
- BIOS-Updates separat unter BIOS — Vorsicht: Die ältere Methode Instant Flash (BIOS-Update direkt im BIOS-Setup) ist sicherer als der Windows-basierte BIOS Live Update.
Polychrome Sync und A-Tuning
ASRock liefert zwei optionale Tools für die Konfiguration:
- Polychrome Sync — RGB-Steuerung für Mainboard-LEDs und kompatible Komponenten (Lüfter, RAM-Module mit Polychrome-Unterstützung).
- A-Tuning — Übertaktung von CPU und Speicher, Lüfter-Steuerung über das Mainboard-eigene Fan Control.
Beide Tools sind optional — die meisten Funktionen können auch direkt im BIOS konfiguriert werden, was zudem stabiler ist.
Sicherheitshinweis ASRock RGB Treiber: Der ältere ASRock-RGB-Treiber AsrDrv101.sys hatte eine kritische Sicherheitslücke (CVE-2020-15368), die für BYOVD-Angriffe ausgenutzt wurde — unter anderem von BlackByte-Ransomware. Auf Microsofts Vulnerable Driver Blocklist gelistet. Wer ältere Polychrome-Versionen installiert hat, sollte aktualisieren oder das Tool deinstallieren. Mehr dazu in unserem Artikel Vulnerable Drivers.
Auf einem ASRock-System laufen Treiber von vielen Herstellern: AMD/Intel-Chipsatz, Realtek-Audio, möglicherweise Intel-WLAN, Nvidia/AMD-Grafik. AVG Driver Updater erkennt sie alle gleichzeitig.
Häufige Probleme mit ASRock-Treibern
Polychrome RGB-Treiber als Vulnerable gemeldet
Nach einem Defender-Update kann der ältere AsrDrv-Treiber als Sicherheitsrisiko angezeigt werden. Lösung: Polychrome Sync auf die aktuelle Version aktualisieren oder komplett deinstallieren. RGB-Steuerung kann auch über OpenRGB erfolgen — Drittanbieter-Tool ohne diese Sicherheits-Probleme.
Realtek-LAN funktioniert nicht zuverlässig (RTL8125)
Auf vielen ASRock-Mainboards (B650, X670E) ist der RTL8125B 2,5G-Chip verbaut. Bekannte Probleme mit zyklischen Disconnects unter Last. Lösung: Aktuellster Realtek-Treiber direkt von Realtek (nicht von ASRock — ASRock-Versionen sind oft älter), Energy-Efficient Ethernet im Geräte-Manager deaktivieren.
BIOS-Update mit Instant Flash schlägt fehl
Wenn Instant Flash (BIOS-Update direkt im BIOS) fehlschlägt: USB-Stick mit FAT32 formatieren, BIOS-Datei nicht umbenennen, im Root-Verzeichnis ablegen. Bei manchen B650/X670-Boards: BIOS-Datei vor dem Update entpacken (.zip-Archive werden nicht akzeptiert).
Aktuelle CPU wird nicht erkannt (Boot-Loop)
Bei AM5-Mainboards: Wenn ein Ryzen 9000 in einem nicht aktuellen B650/X670 nicht startet, ist meist ein BIOS-Update nötig. ASRock unterstützt auf vielen Boards BIOS Flashback ohne CPU/RAM — USB-Stick mit BIOS-Datei einstecken, FlashBack-Knopf drücken, warten.
Welche Windows-Versionen werden unterstützt?
- Windows 11 — alle aktuellen B650/X670/B850/Z890-Boards.
- Windows 10 — vollständig für alle Boards ab AM4 / Z170.
- Windows 7 — eingeschränkt; nur ältere Boards (B450, X470, Z170, Z270).
Zusammenfassung
ASRock setzt auf eine schlanke Treiber-Strategie: Klassische Downloads, optionale Tools für RGB und Übertaktung. Das ist gut für erfahrene Anwender, weniger komfortabel als Asus' Armoury Crate für Einsteiger. Wichtig: Den älteren Polychrome-Treiber im Auge behalten oder durch OpenRGB ersetzen — die Vulnerable-Driver-Vergangenheit ist real und nicht völlig vergessen.
Weiterführende Quellen
Authoritative Quellen für tiefergehende Informationen:
- ASRock auf Wikipedia (DE)
- CVE-2020-15368 — ASRock RGB Driver (NIST NVD)
- OpenRGB (Open-Source-Alternative)
- Microsoft Vulnerable Driver Blocklist
Häufige Fragen
Klassisch über die ASRock-Webseite oder über eine Drittanbieter-Treiber-Software. ASRocks bewusster Verzicht auf eine zentrale App ist Vor- und Nachteil zugleich: weniger Hintergrund-Last, aber mehr manueller Aufwand.
OpenRGB ist herstellerunabhängig, Open Source, ohne Vulnerable-Driver-Vergangenheit. Polychrome Sync ist bequemer für reine ASRock-Systeme. Wer Mischpark hat: OpenRGB. Wer reinen ASRock-Aufbau hat und Bequemlichkeit will: Polychrome Sync, aber immer aktuelle Version.
Immer Instant Flash (direkt im BIOS-Setup) — sicherer, weil keine Windows-Anwendungen den Update-Vorgang stören können. Windows-basierte BIOS-Updates sind bequem, aber bei Stromausfällen oder Software-Konflikten riskant.
BIOS für stabile Profile (Werte werden persistent gespeichert). A-Tuning für temporäre Anpassungen oder Live-Monitoring. Wirkliche Übertaktung sollte immer im BIOS festgelegt werden.
Häufiger Fall — RAM läuft auf JEDEC-Standard (z. B. 4800 MT/s) statt der beworbenen Werte (z. B. 6000 MT/s). Lösung: Im BIOS XMP (Intel) oder EXPO (AMD) aktivieren. Falls dann instabil: BIOS-Update auf neueste Version. Manchmal hilft nur die manuelle Anpassung der Timings.
Auf der Mainboard-Produktseite unter CPU Support List. Für jede CPU steht dort die mindeste BIOS-Version. Wenn Ihre BIOS-Version älter ist und die CPU neu: BIOS-Flashback nutzen, falls verfügbar.